Alles fing in einer Lateinstunde an, wo unserer Lehrer, ein Rotarier, uns von jenem Austauschprogramm erzäht hat. Ich war von Anfang an total begeistert und hatte davon schon immer geträumt . Seid diesem Zeitpunkt an habe ich meinen Eltern nur noch von meinem Vorhaben erzählt. Von Neuseeland über Australien bis nach USA, habe ich mich über alle englischsprechenden Länder schlau gemacht. Nachdem mich der Rotaryclub in Papenburg aktzeptiert hat, folgten die ersten rotarischen Treffen, in denen uns das Programm und der Sinn des Austauschs vorgestellt wurde. Die Vorraussetzungen waren vernünftige Schulnoten, Interesse in anderen Kulturen und einen guten Grund, warum man einen Austausch will. In späteren Orientationen musste man dann noch ein wenig Allgemeinwissen beweisen. Die Bewerbungsunterlagen waren dann in Englisch auszufüllen und kosteten ein Menge Zeit. Bei den Treffen von Rotary erfuhr ich dann, was es bedeutet sein zu Hause zu verlassen und ein Jahr in einem vollkommen anderemLand zu leben. Das war nämlich genau das, was ich wirklich wollte: Ein Jahr in einem volkommen anderemLand zu wohnen und jene Kultur, Gewohnheiten und Menschen kennenzulernen. Zu erfahren, was ausserhalb Europas passiert und wie die andere Seite der Welt aussieht. Aus jenem Grund wurde mir klar, dass ich mit den USA oder Australien nicht soetwas erreichen würde. Ich entschied mich für Südamerika. Mit einer sehr anderen Kultur und fremden Sprache, war es genau das, was ich wollte. Ein Bekannter hat mir dann bei der Länderauswahl geholfen, obwohl es mir garnicht schwer fiel. Zu jener Zeit hat er in Santiago de Chile ein Auslandsstudium gemacht und mir nur Gutes berichten können. Chile als schmaler Streifen am Südpazifik mit einer Stabilen Wirtschaft im Vergleich mit den anderen Ländern in Lateinamerika. Ich gab also Chile, Argentinien und Ecuador an. Im März 2007 wurde mir dann bescheid gegeben, dass ich vorraussichtlich nach Chile gehen konnte. Seid diesem Zeitpunkt an ging alles super schnell bis ich dann erst meine Abschiedfeier hatte und dann am 21. August nach Chile geflogen bin. Es war nun soweit. Der Augenblick auf den ich so lange gewartet habe. Es ist eine ziemlich seltsame Situation sich für ein Jahr verabzuschieden. Ich denke und es kam mir auch so vor, als ob ich es garnicht wirklich so wahrgenommen habe. Als ich mich dann an die Schlange der Sicherheitskontrolle angestellt habe konnte ich hin und wieder die traurigen Gesichter meiner Familie sehen. Ich konnte voller Aufregung garnicht richtig wahrnehmen, was vorsich ging. Mit insgesamt 10 Austauschschülern ging dann bei untergehender Sonne um 21:50 Uhr der Flug über Sao Paolo nach Santiago de Chile. Morgens kamen wir dann in Santiago an. Es war ziemlich frisch, gerade Winter in Chile, neblig. Angekommen in einem Land, wo ich noch nie zuvor gewesen bin, ein Land was mir total fremd war. Ich traf sofort meine Familie, sie sahen alle genausoaus wie auf den Fotos, die sie mir schon vorher geschickt haben.
Dies ist nun 10 Monate her. 10 Monate in denen ich Zeit hatte Chile kennenzulernen, dessen Kultur und Menschen. 10 Monate in denen ich mich in eine chilenische Familie eingelebt habe. 10 Monate in denen ich unzählige Menshen aus aller Weltkennengelernt habe und 10 Monate in denen ich die Sprache erlernt habe. Ich konnte überhaupt kein Spanisch bevor ich nach Chile gekommen bin. Gut, ich habe im Frühling 2007 ein einwöchigen Sprachkurs gemacht, aber eigentlich alles bis ich nach Chile kam wieder vergessen. Es ist sehr schwer sich in einem Land wo man die Sprache zu verständigen ohne die Sprache zu sprechen. Zumal man hier mit Englisch nicht weit kommt. Ich habe also „zwangsweise“ die Sprache durch Nachschlagen im Wörterbuch und immerweider Nachfragen erlernt. Nach drei Monaten konnte ich erstaunlicherweise viel und mich schon einigermassen unterhalten. Es ging dann immer besser und alle helfen einem sehr dabei. Die Menschen hier in Chile sind sehr offen und freundlich und helfen immer weiter, wenn man etwas nicht weiss. Mittlerweile spreche ich fliessend Spanisch und habe keine Probleme mehr. Natürlich gibt es hin und wieder die eine Vokabel de man nicht versteht.
Ich lebe zusammen mit meinen Gastvater(Imker), meiner Gastmutter, meiner 13 jährigen Schwester und meinem 15 jährigen und 26 jährigen Bruder (Zahnarzt). Hier in Chile ist es nicht ungewöhnlich bis 25/26 Jahren noch zu Hause zu wohnen. Das Leben in der Familie hat hohen Stellenwert und den Sonntag bringt man gewöhnlicherweise zusammen. Ich wohne ungefähr 2 Blocks von meiner Schule entfernt und kann gemütlich zur Schule gehen. Trozdem komm ich öfters zu spät, was in Chile nicht ungewöhnlich ist, da man hier nicht wirklich auf die Uhr schaut. Hier in talca sind die Strassen in Oriente (Ost), Poniente (West), Norte (Nord) und Sur (Süd) eingeteilt. Zum Beispiel wohne ich in der 6Oriente C mit 4 Norte. Alles geht von der Plaza de Armas aus. Dort ist die 1 Norte, 1 Sur, 1 Oriente und 1 Poniente. Es ist so zwar schwer sich die Namen zu merken, kommt aber immer leicht an einen bestimmten Ort. Meine Schule, Colegio Concepcion Talca, ist eine private Schule. In Chile ist das Schulsystem dem Deutschem sehr verschieden. Die Menschen, die seinem Kind etwas Guten tun wollen, schicken ihr Kind auf eine private Schule. In einer staatlichen Schule ist man gewöhnlich mit 45 Schülern in einer Klasse und der Unterricht ist nicht gut. Jedoch sind private Schulen sehr teuer. Es kann schonmal 100 bis 200€ im Monat pro Kind kosten. Es kommt da sehr auf die Schule an. Schulen hier sind wie Unternehmen und verdienen viel Geld. Bei den Universitäten ist es genauso. Für eine gute Bildung muss man sehr viel Geld bezahlen. Man kann da echt froh sein ein Deutschland noch nicht einmal für den Buss, der einen zur Schule bringt, Geld bezahlen zu müssen. Für die Menschen die nichts haben ist es hier schwieriger. Vor einigen Wochen haben wir in Talca selbst für eine sehr arme Familie ein Holzhaus gegen den regnerischen Winter, der vor der Tür steht, gebaut. In Chile gibt es einen grossen Unterschied zwischen arm und reich. Eine soziale Unterstützung von Staat gibt es nur manchmal. Wer keine Arbeit hat, hat verloren. Im Zentrum der Stadt findet man viele Bettler die besonders Ausläder um eine kleine Spende beten. Wenn wir Austauschschüler, die grosse Freunde geworden sind, durch die Stadt laufen, fällt uns das öfter auf. Hier in Talca sind wir 9 Austauschschüler: drei aus Deutschland (ICH, Berlin, Duisburg), eine aus Holland, eine aus Neuseeland undvier aus den USA (Hawaii, Wisconsin, Kalifornien, Washingthon). Wir sind untereinander beste Freunde geworden und vertrauen uns sehr. Wir haben so immens viel erlebt und kennen uns mittlerweile sehr gut. Wir sind oft nach Santiago gefahren, dann haben wir mal Vña del mar und Valparaíso kennengelernt. Im November waren wir auf eine Campingtour im Nationalpark La Campana etwas nördlicher von Santiago mit allen Austauschschülern von Talca, Curicó und Rancagua. Hier im Rotarydistrikt 4340 sind wir mit 50 Austauschschülern aus Frankreich, Deutschland, Finnland, Holland, Belgien, Kanada, USA, Brasilien, Australien und Neuseeland. Wir wurden familien in Santiago, Rancagua, Curicó und Talca untergeteilt. Die Meisten haben sich bestens in ihre Familien eingelebt und es gab keine Probleme. Im Dezember sind 30 von uns dann in den extremsten Süden des Landes gereist, in das chilenische Patagonien. Abeteuer pur unter anderem in dem atemberaubenden Nationalpark Torres del Paine. Es war ein unvergessliches Erlebniss. In den dreimonatigen Sommerferien die daraufhin von Dezember bis März folgten war es sehr heiss. Die Temperaturen stiegen jeden Tag leicht bis 37Grad. Hier in Chile ist der Sommer und Frühling lang, heiss und trocken. Man macht viel mit Freunden, springt in Pools um sich abzukühlen oder macht typisch chilenische „Asados“. Dies sind Grillfeste mit viel Fleisch mit Familie oder unter Freunden. In der Feiertagswoche um den 18. September in der die Unabhängigkeit gefeiert wird ist die Hochsaison jener Asados. Der Pariotismus ist sehr gross hier in Chile und jeder ist stolz Chilene zu sein („Orgullo de ser chileno“). Es wird viel gefeiert, gesungen und getanzt. Der Nationaltanz Chiles ist „Cueca“ (àein Paartanz, bei dem sich die beiden Tanzpartner aufeinander zu und im Halbkreis umeinander herum bewegen). Jetzt mal zu Weihnachten und Neujahr. Es ist total anders. Weihnachten dauert vielleicht 3 Tage. Man kauft Geschenke und sieht ein bisschen Weihnachtsbeschmückung in den Läden aber es ist übertrieben heiss. Das ist sehr komisch wenn man mit Badehose und Flip-Flops in die Stadt geht um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. In Deutschland ist das anders. Dort beginnt Weihnachten schon im November mit den Weihnachtsmärkten und dieser traditionellen Stimmung. Aber es ist schon ganz spassig dann sich am 1. Weihnachtstag mit Freunden zum Baden zu verabreden. Neujahr ist dann aber echt eine riesige Feier. Bis kurz nach Mitternacht ist man in seiner Familie. Danach geht man zu der traditionellen Feier mit alles seinen Freunden in die Medialuna. Dort findet normalerweise das Chilenische Rodeo statt. Chilenisches Rodeo ist in Chile nach Fußball die beliebteste Sportart.Der Rodeowettkampf besteht aus der sogenannten collera, wobei zwei Huasos, wie die chilenischen Landarbeiter (vergleichbar den Cowboys) genannt werden, mit ihren Pferden auf drei verschiedene Arten Rinder und Stiere gegen eine Wand rammen müssen. Dabei werden unterschiedliche Punkte (maximal 4) durch eine Jury vergeben. Jedenfalls wird diese Medialuna (àHalbmond) zur Neujahrfeier umgebaut und es findet eine riesige Party statt. Es wird sehr sehr sehr viel zu Reggaeton, Cumbia und Salsa getanzt und das die ganze Zeit. Es macht tierischen Spass. Mit meiner Klasse sind wir dann im Januar auf Klassesfahrt nach San Carlos de Bariloche in Argentinien gefahren. Es war ein einmaliges Erlebnis. Eine wunderschöne Stadt im argentinischen Patagonien voller Jugendlichen. Wir hatten sehr viel Spass dort und haben viel gefeiert. Man hat viel Zeit und macht viele spontante Verabredungen mit seinen Freunden. Mit meiner Familie waren wir dann noch in Pichilemu oder Pelluhue, Zentralchilenische Städte hier am Pazifik. Pichilemu ist weltberühmt für seine hohen und guten Wellen für Surfer. Wir haben dort Bodyboard gemacht. Das ist ein Sapss! Man benutzt ein Brett unter dem Bauch und wartet auf die perfekte Welle. Wenn sie komt und man sie gut trifft spürt man ein Gefühl von Freiheit und Spass…atemberaubend. Im März ging es dann wieder mit allen Austauschschülern in den grossen Norden Chiles. Es war ein einmaliges Erlebnis: Nicht nur die ganz andere Seite Chiles kennenzulernen, sondern auch mit allen Austauschschülern, die zu grossen Freunden herangewachsen sind, zusammenzusein war grossartig. Wir reisten in die trockenste Wüste der Welt und haben unendlich viel gesehen. Nach der Rückkehr fing die Schule wieder an. Es hat mich tierisch gefreut alle wieder zusehen, da man einige Wenige in den ganzen drei Monaten nicht gesehen hat. In den Osterferien bin ich mit meiner Familie nach Mendoza, Argentinien gefahren. Eine Stadt in den argentinischen Anden. Gut eigentlich liegt hier alles in den Anden, aber diese Stadt ist dann doch noch ein bisschen näher. Es war wunderschön und wir haben viel gesehen. Es hat mich beeindruckt, als ich erfahren habe, dass die Argentiner noch mehr Fleisch essen, als die Chilenen.
Heimweh hab ich glaube ich nicht so häufig gehabt. Ich mein.. ich habe mir hier soviele Freunde gemacht und lebe in einer neuen Familie die mich wie ihren eigenen Sohn aufgenommen hat und so kommt man da irgendwie garnicht zu. Trozdem muss ich immer daran danken das ich auch mein Leben dort in Deutschland und viele Freunde und meine Familie zurückgelassen habe. Zwischen den ganzen Neuheiten und Erkundungen kommt so auch das ein oder andere Mal der Wunsch wieder zurückzugehen auf. Im November letzten Jahres ist meine Grossmutter verstorben und ich musste sehen wie ich mit soeiner für mich Neuen Situation umgehe. Natürlich gibt es immer Gesprächspartener wie zum Beispiel meinen Consejero wessen Schwester zufälligerweise in Cloppenburg/Dtsl. wohnt. Auch die Freunde in der Schule haben immer ein grosses Herz und man kann mit fast jedem über alles offen reden. Selbstverständlich muss man auch hier aufpassen mit wem man sich anfreundet. Freunde sind aber total wichtig. Man kann überall etwas kaufen und sich in jedem Beliebigen Ort Andenken mitnehmen und Fotos machen (Ich habe ungefähr 10.000 Fotos gemacht) aber die Freunde sind die, die man für immer hat, was auch immer passiert, auch wenn man wieder zurück ist in seinen ursprünglichen Ländern. Eines bedauer ich jedoch unzwar auch wenn wir uns verprechen uns alle irgendwann wieder zutreffen, wird nichts so sein wie vorher. Jeder lebt sein Leben weiter, geht zur UNI, lernt neue Freunde kennen, findet vielleicht sogar neue Interessen. Deswegen werde ich alle meine Freunde hier zu doll vermissen. Ich könnte nicht sagen, wen ich am meisten vermissen werde, aber eins ist klar, unzwar, dass sie nie vergessen werde. Dieses Jahr hier in Chile hat mit heranwachsen lassen und mich immer wieder vor Herausforderungen gestellt.
Comments
One Response to “Das Ende eines wunderschönen Jahres”
Gabi on
July 29th, 2008 10:06 pm
Janiiiiiiiiis! lo lei tooodo! i me dio pena! pcha lo ultimo es tan verdad! y nose!.. fue genial haberte conocidooo! y wir sehen uns wieder in Europa!
besitoo cuidate!
tqq!
ahh i las fotos nunca me las mandaste! ¬¬ subelas a facebook o algo poo!.. son las de la fiesta de la kiwi y las del aeropuerto!
Janiiiiiiiiis! lo lei tooodo! i me dio pena! pcha lo ultimo es tan verdad! y nose!.. fue genial haberte conocidooo! y wir sehen uns wieder in Europa!
besitoo cuidate!
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ahh i las fotos nunca me las mandaste! ¬¬ subelas a facebook o algo poo!.. son las de la fiesta de la kiwi y las del aeropuerto!